Zecken beim Hund

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Zecken beim Hund – Ganzheitliche Ansätze & Natürliche Mittel im Fokus

Zecken – eine unterschätzte Gefahr für unsere Hunde?

Zecken sind nicht nur lästig, sie können auch gefährliche Krankheiten wie Borreliose, Anaplasmose oder FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen. Doch wie gefährlich sind Zecken wirklich? Die meisten Zeckenbisse verlaufen zwar harmlos, aber das Risiko einer Infektion ist real – besonders in bestimmten Regionen und in den warmen Monaten des Jahres.

Wie gefährlich sind Zecken tatsächlich?

Nicht jeder Zeckenbiss führt zu einer Krankheit. Aber gerade in Risikogebieten (z. B. Süddeutschland, Österreich, Schweiz) oder bei immungeschwächten Hunden sollte man Zecken ernst nehmen.

Gefährliche Zeckenkrankheiten:

  • Borreliose – häufig, Symptome oft spät (Lahmheit, Fieber, Gelenksentzündungen)
  • Anaplasmose – grippeähnliche Symptome, kann chronisch werden
  • Babesiose – “Hundemalaria”, kann tödlich verlaufen
  • FSME – sehr selten, aber schwerwiegend (v. a. neurologische Ausfälle)

Konventionelle Zeckenabwehr: Chemische Mittel unter der Lupe

Die klassischen Mittel gegen Zecken, wie Spot-ons, Tabletten oder Zeckenhalsbänder (z. B. mit Wirkstoffen wie Permethrin, Fluralaner oder Imidacloprid), wirken zuverlässig, indem sie Nervengifte enthalten, die Zecken und andere Parasiten abtöten.

Vorteile der chemischen Mittel:

  • Hohe Wirksamkeit gegen Zecken, Flöhe und teilweise auch Milben
  • Teilweise langanhaltende Wirkung (bis zu 3 Monate)
  • Praktisch in der Anwendung

Nachteile:

  • Belastung für Leber, Niere und Haut
  • Möglichkeit von Nebenwirkungen wie Juckreiz, neurologischen Symptomen, Durchfall, Appetitlosigkeit
  • Belastung für das Immunsystem
  • Nicht selten Rückstände in der Umwelt und sogar im Wasser (z. B. bei Baden im See)
  • Nicht für alle Hunde geeignet (z. B. bei Allergien, Epilepsie, Welpen)

Viele Hundehalter suchen daher nach sanften Alternativen, die dennoch wirksam sind – und genau hier setzt die Naturheilkunde an.

Natürliche Mittel gegen Zecken – was hilft wirklich?

  1. Zistrose (Cistus incanus)

Zistrose ist eine antioxidative Pflanze, deren innerliche Gabe (z. B. als Tee oder Tabletten) das Hautmilieu verändern kann. Zecken mögen den durch die Zistrose veränderten Geruch nicht und meiden den Hund.

Wirkung:

  • Stärkung des Immunsystems
  • Zeckenabwehr durch Geruchsveränderung der Haut
  • Entzündungshemmend

Anwendung:
Täglich in kleiner Dosis über das Futter geben. Es braucht etwa 2–3 Wochen bis zur vollen Wirkung.

  1. Kokosöl

Kokosöl enthält Laurinsäure, die Zecken abschreckt.

Anwendung:
Direkt auf das Fell (vor allem an Beinen, Hals, Bauch) auftragen. Bei regelmäßiger Anwendung wirkt es auch pflegend auf die Haut.

Hinweis: Die Wirkung hält meist nur einige Stunden an, daher vor Spaziergängen erneut auftragen.

  1. Schwarzkümmelöl

Innerlich gegeben, soll Schwarzkümmelöl das Hautmilieu verändern und Zecken abwehren. Manche Hunde reagieren jedoch empfindlich darauf – daher bitte mit geringer Dosis starten und ggf. Rücksprache mit einem Tierheilpraktiker halten.

Achtung: Schwarzkümmelöl darf nicht bei Katzen verwendet werden!

  1. Bierhefe

Reich an B-Vitaminen, kann Bierhefe helfen, das Hautmilieu so zu verändern, dass Zecken weniger Interesse zeigen.

Vorteil: Unterstützt auch das Immunsystem und Fell

Nachteil: Nicht jeder Hund verträgt Bierhefe (z. B. bei Neigung zu Hefepilzen)

  1. Ätherische Öle (nur gezielt und vorsichtig anwenden!)

Öle wie Geraniol, Zitroneneukalyptus oder Lavendel können Zecken fernhalten, sind aber stark konzentriert und können Hautreizungen verursachen.

Nie pur anwenden!

Immer verdünnen, z. B. in einem natürlichen Zeckenspray. Anwendung am besten nach Beratung.

Achtung: Ätherische Öle dürfen nicht bei Katzen verwendet werden!

Das Immunsystem, der Darm und Zecken – was hat das miteinander zu tun?

Ein gesunder Hund mit starkem Immunsystem ist generell weniger attraktiv für Parasiten – auch Zecken.

Warum?

  • Die Hautflora ist stabiler
  • Der Körpergeruch verändert sich
  • Entzündungsprozesse (z. B. durch Allergien oder Darmerkrankungen) können Zecken anziehen

Ein gesunder Darm ist zentral für ein funktionierendes Immunsystem. Über 70 % der Immunzellen befinden sich im Darm. Ist die Darmflora gestört (z. B. durch Antibiotika, minderwertiges Futter oder Stress), steigt die Anfälligkeit für Infektionen – auch nach einem Zeckenbiss.

Ganzheitlicher Ansatz zur Zeckenprophylaxe:

  1. Darmsanierung (z. B. mit Prä- und Probiotika)
  2. Artgerechte Ernährung
  3. Stärkung des Immunsystems mit Kräutern, Vitalpilzen oder Heilpflanzen
  4. Natürliche Zeckenmittel (innerlich und äußerlich)

Vorteile und Nachteile der Naturheilkunde

Vorteile:

  • Ganzheitlich wirksam (Körper & Immunsystem)
  • Keine Belastung mit chemischen Wirkstoffen
  • Gute Verträglichkeit
  • Nachhaltig und umweltfreundlich

Nachteile:

  • Wirkung oft langsamer oder schwächer
  • Nicht bei allen Hunden ausreichend wirksam
  • Disziplin bei der Anwendung erforderlich (z. B. tägliches Einreiben, regelmäßige Gabe)

Fazit: Was hilft – was hilft nicht?

Mittel Wirkung Bewertung
Chemische Spot-ons Sehr wirksam, töten Zecken oft ab bevor sie stechen Nur bei hohem Infektionsdruck empfehlenswert
Zeckenhalsbänder (chemisch) Langzeitwirkung (bis zu 8 Monate), gute Zeckenabwehr Wirksam, aber belastend für Organismus & Umwelt
Zistrose (innerlich) Geruchsveränderung, immunstärkend Empfehlenswert, gute Verträglichkeit
Kokosöl (äußerlich) Kurzfristige Wirkung, abschreckender Geruch Gut für Spaziergänge, aber regelmäßig erneuern
Schwarzkümmelöl (innerlich) Verändert Hautmilieu, abschreckend Nur mit Bedacht anwenden, nicht bei jedem Hund geeignet
Bierhefe (innerlich) Unterstützt Haut & Fell, leichte Abwehrwirkung Gut als Ergänzung, nicht allein ausreichend
Ätherische Öle (äußerlich) Stark abschreckend, je nach Öl Nur verdünnt & gezielt anwenden, reizend möglich


Empfehlung vom Tierheilpraktiker:

  1. Zecken täglich absuchen!
  2. Natürliche Mittel frühzeitig und konsequent einsetzen
  3. Ganzheitliche Gesundheit fördern: Immunsystem & Darm im Blick behalten
  4. Individuell entscheiden: Bei Reisen in Risikogebiete oder bei Vorerkrankungen kann vorübergehend auch ein chemisches Mittel sinnvoll sein – immer mit Bedacht!

Fazit: Zeckenschutz beim Hund – natürlich, ganzheitlich und individuell

Zecken sind mehr als nur lästige Parasiten – sie können ernstzunehmende Krankheiten übertragen. Doch nicht jeder Hund ist gleich anfällig, und nicht jede Zecke überträgt Erreger. Ein starkes Immunsystem, eine gesunde Darmflora und ein stabiles Hautmilieu sind der beste natürliche Schutz, den man einem Hund bieten kann.

Natürliche Mittel wie Zistrose, Kokosöl oder Bierhefe bieten eine sanfte Alternative zu chemischen Präparaten – vor allem dann, wenn sie individuell abgestimmt und konsequent angewendet werden. Sie schützen nicht nur äußerlich, sondern unterstützen auch innerlich die Gesundheit des Hundes.

Chemische Zeckenmittel sollten nicht verteufelt werden – sie können in bestimmten Fällen sinnvoll sein, etwa bei Reisen in Risikogebiete oder bei Hunden mit Vorerkrankungen. Doch sie bringen auch Risiken und Nebenwirkungen mit sich und belasten den Organismus.

Die beste Lösung liegt meist in einem ausgewogenen, ganzheitlichen Ansatz:

Stärkung von innen, Schutz von außen – abgestimmt auf das Tier, seine Lebensumstände und seine Konstitution.

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