Tränenflecken beim Hund

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Tränenflecken, Pfoten- & Fellverfärbungen beim Hund – was wirklich dahinter steckt

Tränenflecken, rötlich verfärbte Pfoten, bräunliche Schnauzenbereiche oder speichelbedingte Verfärbungen an Beinen und Brust kennen viele Hundehalter – besonders bei hellen oder weißen Hunden fallen diese Veränderungen schnell auf. Manche Hunde sind ein Leben lang betroffen, bei anderen treten die Flecken plötzlich auf, obwohl sich äußerlich scheinbar nichts verändert hat. Häufig wird das Ganze als kosmetisches Problem abgetan und mit Reinigungstüchern oder speziellen Pflegeprodukten behandelt.

Doch in Wahrheit sind diese Verfärbungen keine reine Fellfrage, sondern sichtbare Hinweise darauf, dass im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzuschauen – denn das Fell zeigt oft nur das, was innerlich schon länger läuft.

In diesem Beitrag erfährst du, warum Tränenflecken und Pfotenverfärbungen entstehen, welche Rolle Stoffwechsel, Darm, Hautbarriere, Alter, Anatomie und Stress spielen – und wie du deinen Hund ganzheitlich unterstützen kannst.

Porphyrine – warum sich Fell überhaupt rotbraun verfärbt

Die typische rötlich-braune bis rostfarbene Verfärbung entsteht in den meisten Fällen durch sogenannte Porphyrine. Dabei handelt es sich um natürliche Abbauprodukte des Stoffwechsels, die bei jedem Hund ganz normal anfallen. Der Körper scheidet sie unter anderem über Tränenflüssigkeit, Speichel aber auch über die Haut aus.

Ein wichtiger Punkt, der oft übersehen wird: Hunde schwitzen über ihre Pfoten. Auch dieser Schweiß enthält Porphyrine. Gelangen diese Stoffe regelmäßig auf helles Fell und bleibt es dort feucht, oxidieren die Porphyrine unter Lichteinfluss. Erst durch diese Oxidation entsteht die typische rotbraune Färbung. Je mehr Feuchtigkeit vorhanden ist und je länger sie einwirkt, desto intensiver werden die Verfärbungen sichtbar.

Porphyrine selbst sind dabei nicht krankhaft. Sie sind vielmehr wie ein Marker, der sichtbar macht, dass irgendwo im Körper Prozesse ablaufen, die zu vermehrtem Tränenfluss, Speichelfluss oder feuchten Hautarealen führen.

Warum helle Hunde stärker betroffen sind

Bei dunklem Fell fallen Porphyrinablagerungen oft kaum auf. Bei hellem oder weißem Fell hingegen sind sie deutlich sichtbar, da der Kontrast größer ist und die oxidierten Pigmente stärker hervorstechen. Deshalb wirken gerade weiße Hunde häufig „stärker betroffen“, obwohl die zugrunde liegenden Prozesse bei dunklen Hunden genauso ablaufen können.

Tränenflecken – wenn der Tränenfluss nicht richtig abläuft

Tränenflecken entstehen, wenn Tränenflüssigkeit nicht vollständig über den Tränennasenkanal abfließen kann und stattdessen über das Fell läuft. Typische Ursachen dafür sind anatomische Besonderheiten wie enge oder ungünstig verlaufende Tränenkanäle, kurze Schnauzen, dicht behaarte Augenwinkel oder eine ungünstige Lidstellung. Auch Reizungen durch Haare im Auge, Staub, Wind oder Umweltreize können die Tränenproduktion erhöhen.

Zusätzlich spielen Allergien – sowohl Futter- als auch umweltbedingt – eine große Rolle. Reizungen der Schleimhäute führen dazu, dass mehr Tränen produziert werden, die wiederum Porphyrine enthalten und das Fell verfärben.

Kurz zusammengefasst:

  • anatomisch enge oder ungünstig verlaufende Tränenkanäle
  • Reizungen durch Haare, Staub oder Umweltfaktoren
  • Allergien (Futter oder Umwelt)
  • chronisch gereizte Augen
  • Überproduktion von Tränen

Alter – warum Senioren häufiger betroffen sind

Mit zunehmendem Alter verändern sich viele Prozesse im Körper eines Hundes. Der Tränenfilm kann instabiler werden, die Fettphase der Tränenflüssigkeit schützt das Auge weniger zuverlässig und die Tränennasenkanäle können leichter verengen oder sich zusetzen. Gleichzeitig regeneriert sich die Haut langsamer, verliert schneller Feuchtigkeit und wird anfälliger für Reizungen.

Auch der Stoffwechsel arbeitet im Alter langsamer. Abbauprodukte wie Porphyrine werden schlechter verarbeitet und vermehrt über Haut, Tränen und Speichel ausgeschieden. Das Immunsystem ist weniger belastbar, wodurch bakterielle oder hefebedingte Veränderungen häufiger auftreten. Nicht zuletzt führen altersbedingte Gelenk- oder Rückenschmerzen dazu, dass bestimmte Pfoten häufiger abgeleckt werden – selbst dann, wenn kein klassischer Juckreiz vorliegt.

All diese Faktoren erklären, warum gerade Senioren oft verstärkt Tränenflecken und Pfotenverfärbungen entwickeln.

Junghunde – instabile Systeme in der Entwicklung

Auch junge Hunde können betroffen sein. In der Wachstumsphase sind Immunsystem, Darmflora und Hautbarriere noch nicht vollständig ausgereift. Hormonelle Veränderungen, Zahnwechsel oder Futterumstellungen können vorübergehend dazu führen, dass Tränenfluss und Hautflora instabil reagieren. Häufig normalisiert sich das mit der Zeit – dennoch lohnt sich eine achtsame Begleitung.

Pfotenverfärbungen – auch ohne Lecken möglich

Pfotenverfärbungen werden häufig automatisch mit ständigem Lecken gleichgesetzt. Doch das greift zu kurz. Pfoten können sich auch dann deutlich verfärben, wenn der Hund gar nicht leckt.

Pfoten sind besonders feuchtigkeitsanfällig: Regen, nasses Gras, Tau, Schnee oder auch häufiges Waschen schaffen ein dauerhaft feuchtes Milieu. Hinzu kommt, dass Hunde über die Pfoten schwitzen. Der Schweiß enthält Porphyrine, die sich im Fell ablagern und bei Licht oxidieren. Gerade bei hellen Hunden können so alle vier Pfoten gleichzeitig rotbraun werden, ohne dass Leckverhalten eine Rolle spielt.

Bei älteren Hunden verstärkt eine dünnere Hautbarriere diesen Effekt zusätzlich. Kleine Hornhautveränderungen, trockene oder rissige Pfoten und eine langsamere Regeneration begünstigen Verfärbungen ebenfalls.

Umwelt- und Kontaktfaktoren

Neben inneren Ursachen können auch äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Eisenhaltige Böden, Rindenmulch, chlorhaltiges Wasser, Streusalz im Winter oder abgestandene Pfützen können das helle Fell an Pfoten zusätzlich verfärben. Diese Kontaktverfärbungen treten besonders bei empfindlichen Hunden deutlich hervor.

Darm, Stoffwechsel und Haut – ein enger Zusammenhang

Ein großer Teil des Immunsystems sitzt im Darm. Ist die Darmflora gestört, wirkt sich das häufig auf Haut und Fell aus. Futtermittelunverträglichkeiten, chronisch gereizte Darmschleimhäute oder eine Dysbiose führen zu einer erhöhten Entzündungsbereitschaft im Körper. Diese wiederum beeinflusst Tränenfilm, Hautflora und die Stabilität der Hautbarriere.

Auch Leber und Stoffwechsel spielen eine zentrale Rolle. Können Abbauprodukte nicht ausreichend verarbeitet werden, sucht sich der Körper andere Ausscheidungswege – über Haut, Tränen und Speichel.

Malassezien – richtig einordnen

Malassezien sind Hefepilze, die zur normalen Hautflora von Hund und Katze gehören. Sie sind also nicht per se krankhaft. Problematisch werden sie erst, wenn das Gleichgewicht der Haut gestört ist. Dauerhafte Feuchtigkeit, eine geschwächte Hautbarriere, Allergien, Stress, hormonelle Veränderungen oder ein geschwächtes Immunsystem schaffen Bedingungen, unter denen sich Malassezien stark vermehren können.

Typisch betroffen sind Pfoten, Ohren, Achseln und Leisten. Malassezien können braune Verfärbungen verursachen, mit oder ohne Juckreiz auftreten und oft einen muffigen Geruch entwickeln. Leckt der Hund zusätzlich an diesen Stellen, kommt Speichel mit Porphyrinen hinzu, wodurch die Verfärbung noch intensiver erscheint.

Wichtig ist: Malassezien sind in den meisten Fällen ein Folgeproblem, nicht die eigentliche Ursache. Ohne Ursachenarbeit kommen sie immer wieder.

Stress und Nervensystem – ein unterschätzter Faktor

Stress wirkt tief in den Körper hinein. Er beeinflusst die Verdauung, das Immunsystem, die Hautdurchblutung und das Leckverhalten. Viele Hunde lecken aus Nervosität oder zur Selbstberuhigung. Gleichzeitig begünstigt Stress entzündliche Prozesse und ein Ungleichgewicht der Hautflora. Auch wenn äußerlich alles ruhig wirkt, kann chronischer Stress im Hintergrund eine entscheidende Rolle spielen.

Natürliche Unterstützung – begleitend und ganzheitlich

Die wichtigste Grundlage bleibt immer: die Ursache erkennen und angehen. Parallel dazu kann eine sanfte Unterstützung sinnvoll sein.

Äußerlich

  • Kolloidales Silber → antibakteriell, entzündungshemmend
  • Kamillenhydrolat (ohne Alkohol) → sehr mild, beruhigend
  • Kokosöl dünn aufgetragen → antimikrobiell, unterstützt die Hautbarriere

Innerlich

  • Ulmenrinde → beruhigt Magen & Darm, hilfreich bei Unverträglichkeiten
  • Mariendistel & Artischocke (kurweise) → Unterstützung von Leber & Stoffwechsel
  • Probiotika → Stabilisierung der Darmflora
  • Gefiltertes oder weiches Wasser → weniger Mineralien, weniger Oxidation

Stressmanagement durch feste Routinen, ausreichend Ruhe, geeignete Beschäftigung und sanfte Berührungsarbeit unterstützt den Körper zusätzlich.

Wann professionelle Hilfe wichtig ist

Wenn Verfärbungen stark zunehmen, einseitig auftreten, von Schmerzen, Juckreiz, Entzündungen oder auffälligem Geruch begleitet werden oder immer wiederkehren, sollte professionelle Hilfe hinzugezogen werden. Auch bei älteren Hunden, bei plötzlichen Veränderungen oder bei zusätzlichen Symptomen wie Augenreiben oder Lahmheit ist eine genauere Abklärung wichtig.

Fazit

Tränenflecken, Pfotenverfärbungen und speichelbedingte Fellveränderungen sind kein Schönheitsproblem. Sie sind sichtbare Zeichen dafür, dass der Körper versucht, innere Ungleichgewichte auszugleichen. Mit einer ganzheitlichen Behandlung, individueller Ernährung, natürlichen Mitteln und viel Geduld kann der Hund zurück zu mehr Lebensqualität und Wohlbefinden finden.

Wenn Tränenflecken, Pfoten- oder Fellverfärbungen immer wieder auftreten oder sich trotz Pflege nicht verbessern, liegt die Ursache häufig im Stoffwechsel, im Darm oder in der Ernährung.

Eine individuell abgestimmte Ernährungsberatung kann dabei helfen, den Körper gezielt zu entlasten und langfristig wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Hier findest du meine Ernährungsberatung für Hunde mit Haut-, Fell- & Allergieproblemen:

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